Ratgeber · Tageskontrollblatt

Tageskontrollblatt digital: Vorschriften und Apps im Vergleich

Vodnik Digital Solutions7 Min. LesezeitAktualisiert 2026

Freitagabend um halb sieben, die letzte Lektion ist gefahren, und irgendwo zwischen Fahrersitz und Mittelkonsole liegt das Blatt, auf dem die Lektionen der ganzen Woche eigentlich notiert sein sollten. Oder auch nicht. Wer sein Tageskontrollblatt auf Papier führt, kennt diesen Moment. Immer mehr Fahrlehrer führen ihr Tageskontrollblatt digital auf dem Handy, weil die Erfassung damit in die Lektion selbst rutscht und der Abend frei bleibt. Was eine brauchbare Tageskontrollblatt-App im Alltag leisten muss, steht weiter unten.

Was ist das Tageskontrollblatt?

Es hält fest, wer wann wie lange gefahren ist und was dabei geübt wurde. Klingt banal. Sobald jemand eine Rechnung bestreitet oder eine Behörde nachfragt, ist dieses Blatt aber das einzige Dokument, das belegt, dass die verrechneten Lektionen tatsächlich stattgefunden haben, und damit hängt daran deutlich mehr als der Lernstand eines Schülers. Nachweis, Abrechnungsgrundlage und Planungshilfe in einem.

Papier oder digital?

Auf Papier läuft das jahrelang gut. Bis der Ordner mit den Blättern von 2024 nicht mehr auffindbar ist, weil er beim Umzug ins neue Büro in einer Kiste gelandet ist, die niemand angeschrieben hat, und Sie ausgerechnet dann eine einzelne Lektion belegen müssen. Digital verschiebt sich der Aufwand: Der Eintrag entsteht dort, wo die Lektion stattfindet. Vier Punkte machen im Alltag den Unterschied:

  • Nichts geht verloren: Sobald Sie speichern, liegt der Eintrag in der Cloud. Handschuhfach, Regen, Kaffee: alles unkritisch.
  • Lesbar auch nach Monaten: Niemand muss raten, ob dort 14:30 oder 16:30 steht.
  • Sofort greifbar: Fragt das Amt oder der Vater eines Schülers nach, finden Sie die Lektion, während Sie am Telefon sind.
  • Zahlen ohne Nachrechnen: Die erfassten Lektionen laufen direkt in Abrechnung und Monatsabschluss.

Was eine gute Tageskontrollblatt-App können muss

Im Auto entscheidet eine einzige Frage: Wie viele Fingertipps kostet ein Eintrag? Zehn sind viele. Was länger dauert, wird nach zwei Wochen wieder liegen gelassen, und dann liegt neben dem Handy doch wieder ein Blatt Papier, auf dem am Monatsende drei Lektionen fehlen. Datum, Dauer, Schüler, Bewertung müssen in wenigen Sekunden erfasst sein. Offline arbeiten muss die App ebenfalls, weil im Parkhaus oder im Tunnel die Verbindung wegbricht. Bleibt der Export als PDF, und der entscheidet darüber, wie ruhig Sie bei einer Kontrolle bleiben.

Vorschriften: worauf achten?

Vollständig, nachvollziehbar, aufbewahrt. An diesen drei Anforderungen ändert der Wechsel aufs Handy nichts, und wer glaubt, eine App nehme ihm die Verantwortung für saubere Einträge ab, wird bei der ersten Rückfrage eines Besseren belehrt. Ein Zeitstempel pro Eintrag hilft, weil er zeigt, wann etwas erfasst wurde. Beim Datenschutz wird es konkret: Schülerdaten sind Personendaten, sie fallen unter das revidierte Datenschutzgesetz (nDSG), und Sie sollten wissen, in welchem Land der Server steht, auf dem sie liegen. Fragen Sie den Anbieter direkt. Wer darauf ausweichend antwortet, hat die Frage schon beantwortet.

Eine Verwechslung hören wir oft. Das Tageskontrollblatt der Fahrschule hat mit dem Fahrtenbuch und mit den ARV-Aufzeichnungen zu Arbeits- und Ruhezeit nichts zu tun, auch wenn beides gern in denselben Topf geworfen wird. Die ARV betrifft den gewerblichen Personen- und Gütertransport und damit vor allem Betriebe, die auch in den Kategorien C und D unterrichten. Andere Grundlage, anderer Zweck.

Ein Beispiel aus der Praxis

Bei Fahrschule ON Drive steckt das Tageskontrollblatt in der Verwaltungs-App, die wir für den Betrieb gebaut haben. Bewertet wird mit derselben Matrix, die vorher auf Papier lag, und zwar noch bevor der Schüler ausgestiegen ist. Danach passiert nichts mehr: Der Eintrag ist im Abo verbucht und taucht im Monatsabschluss auf. Kein separater Schritt am Abend.

Unser Ansatz

Software von der Stange bauen wir keine. Jede Anwendung entsteht für einen einzelnen Betrieb, mit dessen Lektionsstruktur, dessen Bewertungsbegriffen und dessen Ablauf am Monatsende, damit das Tageskontrollblatt hinterher so aussieht, wie der Fahrlehrer es kennt. Das dauert länger, als ein Abo abzuschliessen. Dafür bleibt Ihre Arbeitsweise, wie sie ist.

Der häufigste Fehler beim Umstieg

Die App wird eingeführt, das Papier bleibt daneben liegen, und nach drei Monaten existieren zwei halbe Wahrheiten. Setzen Sie ein Datum. Ab diesem Tag wird alles in der App erfasst, auch die Lektion, die Sie zwischen zwei Terminen noch schnell eingeschoben haben und die Sie sich sonst gemerkt hätten. Der zweite Punkt betrifft den Zuschnitt: Eine Insel-App nur fürs Tageskontrollblatt spart weniger, als man denkt, weil Lektionsplanung, Abos und QR-Rechnung dann weiterhin woanders liegen. Richtig rechnet es sich, wenn das Tageskontrollblatt Teil einer durchgängigen Fahrschulsoftware ist, in der Schüler, Lektionen, Abos und Abschluss zusammenlaufen.

Häufige Fragen

Darf das Tageskontrollblatt digital geführt werden?

Ja. Verlangt wird eine vollständige und nachvollziehbare Dokumentation der Fahrstunden; auf welchem Trägermedium sie entsteht, ist zweitrangig. Eine App erfüllt das meist sauberer als ein Blatt im Handschuhfach, weil jeder Eintrag mit Datum und Uhrzeit festgehalten wird. Prüfen Sie vor dem Wechsel, ob sich der Nachweis jederzeit als PDF ausgeben lässt.

Was muss eine Tageskontrollblatt-App können?

Eine Lektion mit Datum, Dauer, Schüler und Bewertung in wenigen Sekunden erfassen, ohne dass jemand dafür aussteigen muss. Sie muss auch ohne Empfang weiterlaufen, denn im Parkhaus oder im Tunnel bricht die Verbindung weg und die Lektion soll trotzdem gespeichert sein. Dazu kommen der PDF-Export für Kontrollen und die Buchhaltung sowie eine Bedienung, die auf dem Handy mit einer Hand funktioniert.

Was ist der Vorteil gegenüber dem Papier-Tageskontrollblatt?

Nichts geht verloren, die Handschrift spielt keine Rolle mehr, und abends bleibt nichts zum Abtippen übrig. Wer im März wissen will, wie viele Lektionen ein Schüler im Januar hatte, filtert das in Sekunden, statt im Ordner zu blättern. Für die Abrechnung ist das der grössere Gewinn als der Papierverzicht selbst.

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